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Reines Fahrvergnügen auf knatternden sechseinhalb PS

KREIMBACH -KAULBACH: Rudi Geiß holt in sonnigen Tagen gerne seinen Motorroller Marke NSU-Prima aus der Garage

Was so ein kleines Rollerchen doch Platz bietet, man sollt"s kaum glauben. Rudi Geiß hat es eines schönen Abends einfach mal ausprobiert. Tatort: Sportplatz Kreimbach -Kaulbach. Nach fröhlicher Runde im Sportheim spielt Geiß Taxidienst. Lädt einen Bekannten ein, hinter ihm auf dem Sitz Platz zu nehmen. Noch jemand ohne Fahrkarte? Auch ein weiterer Kumpel müsste eigentlich laufen. Kein Problem, schließlich hat die NSU noch einen Gepäckträger. „Prima", sagt sich der Dritte im Bunde - und klettert hinter seine beiden Kollegen auf die „Prima" Baujahr "59. Schon knattert das illustre Trio die hübsche Steigung hinauf.

Kurz: Es kam, wie"s kommen musste. Geiß erwischte einen Stein, das Gewicht der beleibten Sozius-Ladung hob die „Prima" vorne in die Höhe. Die Herrschaften haute es glatt von ihren Sitzen, beide Fahrgäste kullerten mitten in die Brennnesseln. Der Chauffeur indes fing sich sofort wieder, drehte kurz am Lenker - und holte sich, gekonnt in Gegenrichtung steuernd, sein Gleichgewicht zurück.

Lachend erzählt Rudolf Geiß - den alle Welt Rudi nennt - diese Anekdote. Ja, der 61-Jährige kann stolz sein auf sein kleines Gefährt. Der rote Roller steht wie aus dem Ei gepellt hinterm Haus, während Geiß im anheimelnden heimischen Wintergarten erzählt, wie er zu diesem heutzutage äußerst seltenen Flitzer gekommen ist.

BMW gesucht - NSU gefunden

Eigentlich war er ja auf der Suche nach einem BMW-Motorrad. Denn so eins hatte er schon mal bewegt, als er mit gerade 18 den Führerschein der Klasse eins schon eine Weile in der Tasche hatte. Doch wie so vielen, erging es auch Geiß: Bald musste die Leidenschaft fürs Motorradfahren in den Hintergrund rücken. Bundeswehr-Zeit, anschließend Hochzeit, Hausbau - es fehlte einfach an Geld und Gelegenheit, diesem Hobby weiter zu frönen. Also trennte sich Geiß von seiner schmucken R 23 mit 205 Kubikzentimetern Hubraum, die sogar mit einem Seitenwagen ausgestattet war.

Doch die Begeisterung fürs Motorradfahren blieb dem gebürtigen Relsberger, der bereits mit 16 auf einem Moped durch die Lande geknattert war, dessen Vater ebenfalls einen „heißen Ofen" bewegt hatte. Und so schaute sich Rudi Geiß nach einer alten BMW um.

Eine solche - eine RS neuesten Modells - steht heute in der Garage. Doch die gehört dem Filius. Geiß selbst ist nicht mehr zu seiner BMW gekommen, sondern hat stattdessen die Gelegenheit ergriffen, die sich ihm mit der alten NSU bot. 100 Mark blätterte er damals, vor rund 30 Jahren, für das Töff hin. Die „Prima" - Nachfolgerin der „Lambretta" - hatte fünf Jahre in der Garage gestanden, als ihr Besitzer sie feilbot anbot. Geiß griff zu - und erfreut sich bis heute an diesem tollen Fang.

150 Kubikzentimeter Hubraum weist das Aggregat des schmucken Rollers auf. Will heißen: Ein Führerschein der Klasse 1 ist notwendig, damit man die sechseinhalb Pferdestärken sich entfalten lassen darf. Wer vor 1980 seinen „Dreier"-Führerschein erworben hat, darf zwar heute ein 125er Motorrad mit weitaus mehr Kilowatt steuern, die „Prima" jedoch nicht auf öffentlichen Straßen bewegen. Geiß, der eine Fahrerlaubnis für alle Klassen besitzt, hat übrigens noch seinen Original grauen „Lappen" von damals, als er seine Zweier-Prüfung bestanden hat. Passt prima zur „Prima".

22.515 Kilometer zeigt der Tachometer der NSU an. Stimmt exakt. Und weist aus, dass Rudi Geiß seinen Oldtimer nicht allzu viel bewegt hat. Aber die gezielte „Dosierung" seiner Ausflüge erhält umso mehr die Freude am Fahren auf dem Roller, der gut 47 Jahre auf dem Fahrgestell hat. Ausflüge bei schönem Wetter, kleinere Abstecher, dazu knattert Geiß auch mal gerne bei Umzügen mit. Doch wenn die Prima - die in guter Form gerne an die 80 Stundenkilometer erreicht - auch den Winter über in der Garage bleibt: Abmelden oder Saisonkennzeichen lohnt sich nicht. Kostet das Gefährt doch gerade mal so um die elf Euro Steuern und 13 Euro Versicherung - pro Jahr, versteht sich...

Zweites Stück: Trabbi „ohne ohne"

Übrigens wartet Rudi Geiß sein Rollerchen natürlich selbst. Schlosser hat er gelernt, in seinem Beruf sowie auch als Elektriker bei den Pfalzwerken gearbeitet, war lange Jahre als Energieberater für das Versorgungsunternehmen tätig. Bei solcher Erfahrung weiß man, wie"s geht.

Und Zeit hat der Ruheständler dafür nach eigenem Bekunden auch genug. Nach einer fundierten Abschweife zur Situation des FCK - Geiß ist bekennender Fan und sitzt bei Heimspielen stets drei Sitze vor Kurt Beck - führte er gestern Mittag sein Gefährt vor. Zusammen mit einem anderen, nicht minder auffälligen Stück: einem „Trabbi"-Leichtkübelwagen, der einst bei einer Grenztruppe der Nationalen Volksarmee der DDR im Einsatz war und den sich Rudi Geiß 1990 zugelegt hat. (cha)

MEDERW / MEDERW
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Westricher Rundschau
Datum: Nr.117
Datum: Samstag, den 20. Mai 2006
Seite: Nr.15
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eingestellt : 23.05.2006

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